Folge 100: Auszüge aus der Schulchronik: Die Fátima-Madonna in Odendorf
Basilika der Heiligen Dreifaltigkeit in Fátima, der Stadt der Heiligen Marienerscheinung in Portugal.
(Bildquelle: Reis Quarteu, Wikimedia Commons, lizenziert unter
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Undatierte handschriftliche Notizen von Hauptlehrer Johann Lutterbeck:
„Als 1917 die Nachricht von den Muttergotteserscheinungen bei Fatima in die Welt ging, wurde der kleine portugiesischer Ort bald zu einem Mittelpunkt der Marienverehrung, zumal seitdem zahllose Heilungen und Bekehrungen dort geschahen. Während die Bischöfe Portugals ihr Land „Unserer lieben Frau von Fatima“ weihten, setzte die Verehrung der Gottesmutter von Fatima in Deutschland erst vor kurzem und nur allmählich ein.
Die einzige Statue der Madonna von Fatima in ganz Westdeutschland befindet sich seit einigen Wochen in Odendorf.
Odendorf: Festliches Glockengeläute kündete am Pfingstmontag 1951 ein besonderes Ereignis an: Es galt der Madonna Unserer lieben Frau von Fatima, ein wertvolles Geschenk aus Spanien, in der Pfarrkirche ein Ehrenplatz zu geben. Die Anteilnahme der Bevölkerung an beiden Pfingsttagen bewies nicht nur die Freude der Odendorfer über dieses bedeutsame Geschenk, sondern auch, wie sehr die Marienverehrung gerade in der Bevölkerung unserer Heimat verwurzelt ist.
Schon am frühen Morgen der ersten Pfingsttages hatten sich die katholischen Odendorfer wie auch viele Gläubige aus der näheren und weiteren Umgebung vor dem Odendorfer Kloster versammelt. Auf einer Trage von Schwestern des Klosters getragen, wurde die Statue unter den Klängen einer Musikkapelle und den Gesängen der Gemeinde durch die Straßen des Ortes zur Kirche getragen, wo sie auf dem linken Seitenalter ihren Platz erhielt. Zur Ehre der Gottesmutter und aus Dankbarkeit sang man, begleitet von der Geistlichkeit und den 16 Chorknaben, den marianischen Lobgesang. Dann verlas Pfarrer Lukas die Geschenkurkunde und dankte der Pfarrgemeinde für ihre große Anteilnahme.
Anschließend war ein Levitenhochamt, indem der Odendorfer Kirchenchor unter Leitung seines Dirigenten Hoven, die Männerchormesse „Zum heiligsten Herzen Jesu“ von Schäfer sang. Die Festpredigt hielt Franziskanerpater Domulus, der besonders an die Huldigungsworte des Heiligen Vaters vom 13. Mai 1942 erinnerte, mit denen der Papst am Tage der 25-jährigen Wiederkehr der Erscheinungen von Fatima allen Katholiken zu noch. eifrigerer Verehrung des Herzens Maria aufrief und die Welt dem heiligsten Herzen Mariä weihte.
In der Andacht am Nachmittag, die noch stärker besucht war als die Feierlichkeiten am Morgen, predigte Kamillianerpater Reinhartz über die Geschehnisse von Fatima. Eine erhabene Feier war auch am Abend die Weihe der Pfarrgemeinde Odendorf an die Muttergottes. Die Lichterprozession musste wegen des Regens in der Kirche stattfinden. Mit einem feierlichen Hochamt, in dem die Chorknaben die Pfingstchoralmesse sangen und einer erhabenen Schlussfeier, in der Pater Domulus wiederum die Festpredigt hielt, wurden die festlichen Marientage von Odendorf am Pfingstmontag würdig beschlossen“.
Quelle: Schulchronik "Schule am Zehnthof"











